Allgemein

Wahre Multitalente- Die bunte Welt der sekundären Pflanzenstoffe

Veröffentlicht am

(BZfE) – Endlich ist der Frühling da. Wenn die Temperaturen allmählich steigen, es länger hell bleibt und überall grünt und sprießt, wächst meist auch die Lust auf frisches saisonales Gemüse und Obst. Passend dazu lockt das erste regionale Frühlingsgemüse auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt und bald auch aus dem eigenen Garten. Das Gute daran: Wer jetzt auf Bärlauch, Radieschen, Spinat, Spargel oder Rhabarber setzt, sorgt für Abwechslung und vielfältigen Genuss und tut gleichzeitig seinem Körper Gutes. Denn Gemüse und Obst der Saison liefern neben Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen weitere wertvolle Inhaltstoffe – die sekundären Pflanzenstoffe. Sie stehen für den typischen Duft von Kräutern wie Rosmarin und das herrliche Aroma von Früchten wie Erdbeeren und sind als natürliche Farbstoffe nicht zu übersehen.

Carotinoide beispielsweise färben Lebensmittel orange bis leuchtend rot und Anthocyane kräftig blau-violett. Ihre Wirkung blieb lange Zeit unentdeckt. Mittlerweile haben Wissenschaftler allerdings erkannt, dass sie in vielerlei Hinsicht für unsere Gesundheit wichtig sind.

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass sekundäre Pflanzenstoffe unter anderem das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen verringern, den Cholesterinspiegel und Blutdruck senken und das Immunsystem stärken können. Sie helfen vermutlich, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, Entzündungen zu hemmen und uns vor Bakterien zu schützen.

Rund 10.000 dieser Gesundheitshelfer kommen in unserer Nahrung vor; allerdings sind längst noch nicht alle identifiziert. Enthalten sind sie in Gemüse und Obst sowie in Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen. Wer jetzt bei den kulinarischen Frühlingsboten zugreift und auch sonst gerne farbenfrohe Mahlzeiten genießt, kann gleichzeitig das gesundheitsfördernde Potenzial der sekundären Pflanzenstoffe für sich nutzen.

Welche Gruppen an sekundären Pflanzenstoffen es gibt, in welchen Lebensmitteln sie vorkommen und welche gesundheitlichen Wirkungen ihnen zugeschrieben werden, erfahren Sie in einem neuen Beitrag vom Bundeszentrum für Ernährung: „Die bunte Welt der sekundären Pflanzenstoffe“.

Autorin: Dr. Claudia Müller, www.bzfe.de

Allgemein

Schöne Osterfeiertage!

Veröffentlicht am

Wir wünschen all unseren Besucher*innern, Klient*innen und Patient*innen schöne Feiertage!

Viele Grüße

Ihre
Kristin Müller (ehem. Eckhardt)
und
Leonard Eberbach

Allgemein

Mit neuen Biomarkern Diabetes-Typ-2 frühzeitig erkennen

Veröffentlicht am

(BZfE / MRI) – 463 Millionen Erwachsene weltweit leben mit Diabetes mellitus. Rund 90 Prozent davon weisen einen Diabetes Typ 2 auf, der im Gegensatz zum Typ 1 maßgeblich durch den Lebensstil bedingt ist. Etwa die Hälfte der Fälle wird nicht frühzeitig diagnostiziert; aufgrund der schleichenden Entwicklung der Erkrankung bleiben diese Fälle häufig unerkannt. Blutglucosespiegel, Glucose im Urin und glykiertes Hämoglobin (HbA1C) im Blut sind gute Marker für die Diagnose, das Fortschreiten und die Überwachung der Erkrankung. Wünschenswert wären jedoch Marker, die noch vor dem Auftreten von Symptomen eine Diagnose ermöglichen.

Dabei könnte eine neue vom Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse des Max Rubner-Instituts (MRI) entwickelte Analytik helfen. In einer Studie mit Gesunden, Prädiabetikern und Diabetikern konnten damit einige bisher im Blut nicht bekannte Zuckerverbindungen gefunden werden, die sich mit der Erkrankung an Diabetes Typ 2 veränderten. Sie könnten als Biomarker für eine frühzeitige und verbesserte Diagnose dienen, so das MRI.

Obwohl es sich bei Diabetes um eine Erkrankung handelt, die vor allem den Zuckerstoffwechsel betrifft, wurden bisher nur wenige Zucker und Zuckerverbindungen im Zusammenhang mit einer Insulinresistenz als verändert identifiziert. Insulin-Resistenz ist eine der wichtigsten Stoffwechselveränderungen zu Beginn einer Diabetes-Erkrankung, bei der der Körper zunehmend unempfindlich auf die Insulinausschüttung infolge einer zuckerreichen Mahlzeit reagiert. Eine Schwierigkeit bei der Suche nach Zuckern als Biomarker sind analytische Probleme, weil diese Stoffklasse viele sehr ähnliche Verbindungen umfasst, die meist nicht separiert werden können. Mit Hilfe einer speziellen Methode hat das Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse nun die Möglichkeit, eine Vielzahl von Zuckern und Zuckerverbindungen in biologischen Proben zu erfassen. Dabei werden nicht nur typische Mono- und Disaccharide wie Glucose, Fructose und Saccharose nachgewiesen, sondern auch die davon abgeleiteten Zuckeralkohole, Zuckersäuren und Aminozucker sowie seltene Zucker.

Die Studie ergab, dass sich das Zuckerprofil im Blut von Gesunden, Prädiabetikern und Diabetikern bereits im Nüchternzustand deutlich unterschied: Nicht nur beim klassischen „Blutzucker“ Glucose, sondern auch bei anderen Zuckern wie Mannose, Maltose, Trehalose, Fructose und 1,5-Anhydrosorbitol wurden signifikant unterschiedliche Mengen im Plasma im Vergleich zu gesunden Probanden nachgewiesen. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass es Zuckerverbindungen gibt, die unabhängig vom Diabetes-Status der Probanden nach Gabe des Test-Getränks anstiegen. Andere Verbindungen (u.a. Trehalose, Mannose, Fructose, Threitol) zeigten nach Aufnahme des Test-Getränks ähnliche zeitliche Konzentrationsverläufe wie Glucose. Welche Zusammenhänge hier zum Insulinstoffwechsel bestehen, ist noch unklar. Die Ergebnisse aus Nüchternplasma und den Befunden aus dem oralen Glucosetoleranztest machen jedoch deutlich, wie wenig bisher über den Stoffwechsel der „anderen“, bisher oft nicht erfassten und daher nicht beachteten Zucker bekannt ist.

Quelle: BZfE

www.bzfe.de

Allgemein

Mahlzeit! Hexenküche Lebensmittelindustrie | Doku | ARTE

Veröffentlicht am

Eine sehr sehenswerte (und kritische) Doku über die Machenschaften der Lebensmittelindustrie:
„Immer mehr Menschen sterben an den Folgen von Krankheiten, die durch Ernährung ausgelöst oder verstärkt werden: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die Lebensmittelindustrie agiert intransparent und hält sich bedeckt. ARTE hat in Deutschland und Frankreich, aber auch in Irland und der Schweiz recherchiert und hinter die Kulissen der Fertiggerichtproduktion geblickt.“

https://www.youtube.com/watch?v=5vtVJNoT1lU

Allgemein

Intervallfasten – Stunden zählen statt Kalorien

Veröffentlicht am

*Klinische Evidenz und Relevanz für die Praxis*

(BZfE) – Die Hitliste der guten Vorsätze fürs neue Jahr wird laut Statista angeführt von „gesünder ernähren“ (52%), „mehr Sport treiben“ (47%) und „abnehmen“ (38%). Was das Abnehmen betrifft, so erfreut sich das Intervallfasten offensichtlich großer Beliebtheit, abzulesen an der Vielzahl wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Publikationen in den vergangenen Jahren.

Trotz der Vielzahl an veröffentlichten Arbeiten steht die Ernährungsmedizin immer noch am Beginn der Aufklärung der möglichen Mechanismen und gezielten Anwendungen des Intervallfastens. Als Intervallfasten – in wissenschaftlichen Publikationen auch als intermittierendes Fasten bezeichnet – werden unterschiedliche Ernährungsprotokolle beschrieben, die aus abwechselnden Fasten- und Essperioden bestehen. Professorin Krista Varady, Universität Illinois, ist eine der Wissenschaftlerinnen, die sich mit ihrer Forschungsgruppe sehr intensiv in Studien mit dem intermittierenden Fasten auseinandergesetzt hat. Auf der virtuellen Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft, die im Herbst 2020 stattfand, definierte sie Intervallfasten als Überbegriff für drei verschiedene Formen des intermittierenden Fastens, die sich auch am häufigsten in der Literatur finden:
Beim zeitlich begrenzten Fasten isst man zum Beispiel nur innerhalb von 8 Stunden eines Tages und fastet die anderen 16 Stunden. Oder man isst nur innerhalb von 6 Stunden und fastet 18 Stunden oder man isst innerhalb von 4 Stunden und fastet 20 Stunden. Das 5:2 Protokoll bedeutet 5 Tage Essperiode und 2 Tage Fastenperiode und beim „alternate-day-fasting“ isst man einen Tag und am nächsten Tag versucht man möglichst wenig Nahrung aufzunehmen.

Je nach Studie ist auch die Definition der Fastenperiode unterschiedlich – von 0 Kilokalorien (kcal) bis zu etwa 700 kcal pro Fastenperiode. Dagegen werden während der Essperioden meistens keine Einschränkungen definiert, was die Qualität und Quantität der Nahrung betrifft. Dabei sind sich aber die meisten Wissenschaftler in diesem Bereich einig, dass eine ausgewogene Ernährung während der Essperioden die Wahrscheinlichkeit einer Mangelernährung deutlich reduziert.

Varady ermittelte, dass 8 Stunden essen und 16 Stunden fasten nicht so effektiv sind, wie wenn man 6 Stunden isst und 18 Stunden fastet oder auch 4 und 20 Stunden. Zwischen dem 6-stündigen und 4-stündigen Essen gab es keinen großen Unterschied. Im Vergleich zu Kontrollen haben beide Gruppen deutlich Gewicht verloren. Interessant auch: Egal ob man 18 oder 20 Stunden fastet – nicht nur das Gewicht verbessert sich, sondern auch verschiedene metabolische Parameter. Der Insulinspiegel sinkt, die Insulinresistenz und der oxidative Stress verbessern sich, der Blutdruck sinkt und auch die Lipidwerte bessern sich. Manchmal verändern sich diese Parameter auch ohne dass es zu einer Gewichtsabnahme kommt.

Dass das 8:16-Konzept keine Auswirkung auf das Gewicht hat, ermittelte eine Gruppe von US-Wissenschaftlern um Doktor Dylan A. Lowe, University of California, jüngst in einer Studie. Untersucht wurden 116 Männer und Frauen mit einem Body-Mass-Index von 27 bis 46. Die Kontrollgruppe bekam lediglich die Anweisung, täglich drei Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Beide Gruppen verloren im Schnitt dabei etwas Gewicht. Ein bekannter Effekt, erklärt der Ernährungsepidemiologe Dr. Tilman Kühn, Universität Belfast, der selbst bereits eine größere deutsche Studie zum Intervallfasten geleitet hat: „Auch in diesen Kontrollgruppen tut sich etwas, das liegt an Verhaltensänderungen, wenn man sich beobachtet fühlt. Das ist der Studieneffekt.“ Deshalb, so Kühn, seien Ergebnisse nur dann aussagekräftig, wenn es dabei einen klaren Unterschied zwischen beiden Gruppen gebe.

Bei vielen Studien zum Intervallfasten findet durch das Ernährungsprotokoll meist auch eine ungewollte kalorische Reduktion statt, so der Molekularbiologe Dr. Slaven Stekovic, Universität Graz. Diese könne 25 bis 40 Prozent der durchschnittlichen täglichen Kalorieneinnahme ausmachen. Somit bestehe die Möglichkeit, dass ein Teil der bisher identifizierten Effekte des Intervallfastens nicht durch die periodische Natur der Diät, sondern durch die ungewollte Kalorienrestriktion entstehe.

Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass – wie eingangs gesagt – die Medizin erst am Anfang von Erklärungen steht. Die gute Nachricht: Bisherige Studien konnten keine negativen Effekte des Intervallfastens nachweisen, so Stekovic. Allerdings könne es neben einer Reduktion von Fettgewebe auch zu einem Verlust an Muskelmasse kommen. Dieser könnte durch ein ergänzendes, gezieltes Muskeltraining verhindert werden. Ein großer Vorteil des Intervallfastens ist die einfache Durchführbarkeit: keine komplizierten Gerichte, kein Kalorienzählen. Für welche Variante man sich auch immer entscheiden mag – wünschenswert wäre natürlich eine langfristige Ernährungsumstellung hin zu einer ernährungsphysiologisch günstigen Lebensmittelauswahl.

Autor: Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Allgemein

Weihnachtspause

Veröffentlicht am

Liebe Klientinnen und Klienten,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir starten deshalb vom 24.12.20 bis zum 10.01.21 in die Weihnachtspause.
Im neuen Jahr sind wir natürlich wieder wie gewohnt sowohl vor Ort- als auch online für Sie da.
Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!
Viele Grüße
Kristin Müller und Leonard Eberbach

Allgemein

Welches Obst reift nach?

Veröffentlicht am

**Pflückreif und Genussreif**

(BZfE) – Beim Kauf von Obst stellt sich oft die Frage: Können Orangen, Äpfel oder Mangos sofort gegessen werden oder entfalten sie ihren vollen Geschmack erst ein paar Tage später?

Biologisch betrachtet, sind Früchte das Ergebnis eines Wachstumsprozesses an der Pflanze. Werden die Früchte also zu früh geerntet, ist ihr Wachstum noch nicht abgeschlossen und die Früchte sind unterentwickelt – sie sind schlimmstenfalls grün, hart, sauer, haben kaum Aroma und nicht ihre sortentypische Größe und Form.

Die Pflück- oder Erntereife der Früchte lässt sich anhand spezifischer Kriterien für die jeweilige Obstart bestimmen. Zunächst ist bei allen Früchten die sortentypische Größe, Form und Ausfärbung entscheidend. Bei Äpfeln zählt unter anderem auch die Anzahl der Tage von der Vollblüte bis zur Ernte und die Festigkeit des Fruchtfleisches; bei Zitrusfrüchten ist zusätzlich ihr Saftgehalt und das Zucker-Säure-Verhältnis wichtig. Der Zuckergehalt wird mit einem Refraktometer vor Ort und die Säure durch Titration im Labor bestimmt, ebenso wie der Saftgehalt.

Zitrusfrüchte, Tafeltrauben, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren gehören zu den nicht-nachreifenden Früchten. Um ihren vollen Geschmack zu entfalten, müssen sie an der Pflanze vollständig ausreifen – die Pflückreife ist bei diesen Früchten auch gleichzeitig die Genussreife.

Bei Äpfeln, Bananen, Birnen, Kakis, Kiwis, Mangos oder Pflaumen entfaltet sich bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Tage oder Wochen nach der Pflückreife erst die Genussreife. Sie zählen zu den nachreifenden Früchten. Der Grund ist ein Anstieg der Fruchtatmung und die Bildung des Pflanzenhormons Ethen kurz nach Beginn der Fruchtreife. Tipp: Wer unreife und reife Früchte bei Zimmertemperatur für ein paar Tage zusammen in eine Papiertüte legt, kann dank des Ethens den Reifungsprozess anstoßen oder beschleunigen und so die unreiferen Früchte früher genießen.

Während beim Apfel die Sommersorten, wie Klarapfel oder James Grieve, und einige frühe Herbstsorten, wie Elstar oder Gala, schon zum Zeitpunkt der Pflückreife oder wenige Tage danach genussreif sind, benötigen Herbst- und Wintersorten, wie Boskoop oder Braeburn, dagegen eine Nachreifezeit von mehreren Tagen oder Wochen im Lager. Diese Sorten sind im Kühllager ein bis drei Monate und in kontrollierter Atmosphäre (CA-Lager) teilweise bis zu neun Monate haltbar. Nach der Auslagerung müssen sie allerdings rasch verbraucht werden, da sie dann schnell altern und an Geschmacksqualität einbüßen.

Quelle: Newsletter des BZfE

www.bzfe.de / www.ble.de

Allgemein

Kinder werden als Gourmets geboren

Veröffentlicht am

Vielfalt zahlt sich aus

(BZfE) – „Kinder werden als Gourmets geboren“ sagt Professorin Andrea Maier-Nöth, von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Wie sich unsere Geschmacksvorlieben entwickeln sei zu etwa 20 Prozent genetische Veranlagung, der Rest ist Prägung, so die Expertin für frühkindliche Geschmacksprägung. Und weiter: „Über die Plazenta kann der Fötus bereits einen ersten Eindruck davon bekommen, wie gesunde Vielfalt schmeckt – oder eben nicht. Weiter geht es mit der Muttermilch: Je abwechslungsreicher sich die Mutter ernährt, umso abwechslungsreicher schmeckt auch die Milch. Damit ist sie der Flaschenmilch überlegen, die geschmacklich natürlich nicht variiert.“ Die Mutter kann also durch ihre eigene Ernährung viel Einfluss nehmen. Dabei können wir viel von anderen Ländern und Kulturen lernen: Französinnen zum Beispiel essen in Schwangerschaft und Stillzeit genauso wie sonst – in Deutschland sind für viele werdende Mütter Lebensmittel wie Knoblauch, bestimmte Hülsenfrüchte, Kräuter oder scharfe Gewürze tabu, was aus Sicht Maier-Nöths unnötig ist.

Vielfalt ist Trumpf: Säuglinge, die eine abwechslungsreiche und vielfältige Beikost erhalten, sind auch im späteren Leben bessere und unkompliziertere Esser. Babys haben noch 10.000 Geschmacksknospen, diese verkümmern, wenn sie nicht stimuliert werden. Eltern sollten also auf möglichst viel Abwechslung schon zu Beginn der Beikost achten. Deutsche Eltern gäben gerne viel Kürbis, Pastinake, Karotte oder Kartoffel – alles süßliche Lebensmittel, die die Kinder auf diese Geschmacksrichtung konditionieren. Das mache es später schwerer, sie auch für bittere oder saure Lebensmittel zu begeistern. Obendrein werde in Deutschland oft einfach alles vermengt – im Gläschen sind Fleisch, Gemüse und Kartoffeln, alles durcheinander. Wie solle ein Kind da lernen, wie Rindfleisch schmeckt oder Broccoli?

Zum Glück kann man auch noch bei älteren Kindern „umsteuern“, „es ist nie zu spät“, so Maier-Nöth. Lebensmittel wie verschiedene Gemüse immer wieder anbieten, nicht zu schnell aufgeben. Das Allerwichtigste sei, keinen Druck auszuüben und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Wenn das gemeinsame Essen am Tisch als schönes Erlebnis wahrgenommen werde, bei dem auch erzählt und gelacht werde, sei schon viel gewonnen. Kinder kann man auch prima ins Einkaufen und Kochen einbeziehen. Einfach mal gemeinsam eine Pizza backen und diese witzig und gesund belegen. Und natürlich sind die Eltern wichtige Vorbilder. Wenn sie sich selbst gesund, ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, färbt das ganz automatisch ab.

Autor: Rüdiger Lobitz http://www.bzfe.de

Allgemein

Wieviel trinken ist gesund?

Veröffentlicht am

(BZfE) Angemessen ist besser als zu viel – Spätestens wenn das Thermometer wieder auf sommerliche Temperaturen steigt erinnert man sich Ausreichend Trinken ist wichtig! Unser Organismus funktioniert nun mal nur dann optimal, wenn die Wasserbilanz ausgeglichen ist. Bereits ab ein bis zwei Prozent Flüssigkeitsverlust verringert sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Aber was ist die wünschenswerte Trinkmenge? Für einen gesunden Erwachsenen gelten 1,5 Liter pro Tag als Minimum. Bei körperlicher Aktivität und/oder hochsommerlichen Temperaturen auch mehr.

Ideale Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten sind Wasser und ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft eignen sich ebenfalls.

Viel trinken ist also gut für Körper und Geist. Man kann es aber auch übertreiben. Es gehört zu den modernen Ernährungsmythen, dass viel zu trinken mit zahlreichen Vorteilen einhergehe, wie einer verbesserten „Entgiftung“, Verbesserung der Nierenfunktion, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verbesserung der Konzentration, schönerer Haut und vielem mehr.

Aber ist ein „MEHR Trinken“, definiert als eine Flüssigkeitszufuhr, die ÜBER die Deckung des natürlichen Durstempfindens und der mit den Mahlzeiten/Zwischenmahlzeiten einhergehenden Flüssigkeitsaufnahme hinausgeht, wirklich mit positiven Effekten verbunden? Zunächst: Kein Zweifel kann daran bestehen, dass in verschiedenen Situationen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt werden muss. Dazu gehört die Versorgung von Kleinkindern und auch alten Menschen, die nicht ausreichend Flüssigkeit trinken können oder wollen. Im höheren Alter ist das Durstempfinden bekanntlich vermindert, sodass viele ältere Personen zu wenig trinken, beziehungsweise nicht das trinken (wollen), was sie sollten.

Zurück zur Frage, wieviel Trinken ist gesund? Professor Wilfred Druml, Abteilung für Nephrologie, Medizinische Universität Wien: „Die am häufigsten angeführte Annahme, dass eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und die damit verbundene erhöhte Harnmenge zu einer »Spülung«und verbesserten »Entgiftung«führt, ist falsch.“ Die Menge des Harns wird hormonell reguliert. Mehr Wasser im Körper bedeutet nur mehr Ausscheidung von Wasser, nicht etwa von mehr Toxinen. Eine weitere Grundannahme, dass
eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr durch Erhöhung des Blutvolumens zu einer Steigerung der renalen Durchblutung (Verbesserung der Nierenfunktion) führe, sei ebenfalls nicht richtig. Ob, wie oft behauptet, eine höhere Trinkmenge zu einer Verminderung der Energieaufnahme bei Patienten mit Adipositas führe, sei nicht eindeutig geklärt. Sicherlich gebe es Situationen und Krankheiten, wo eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr als günstig anzusehen sei. Dies gelte jedoch nicht für die gesunde Allgemeinbevölkerung, so der Wissenschaftler.

Entwicklungsgeschichtliches Faktum ist, dass der Mensch (wie andere Säuger) genetisch an einen Mangel adaptiert ist und sehr gut mit einem »zu wenig«umgehen kann, schlecht aber mit einem »zu viel«. Das betrifft fast alles: Energie, Protein, Salz und auch Wasser. Der Wasserhaushalt wird präzise durch ein Zusammenspiel der Organsysteme Hirn (Durstzentrum), Haut und Niere unabhängig von der aktuellen Flüssigkeitszufuhr geregelt. Das Durstempfinden reguliert die notwendige Flüssigkeitszufuhr effektiv. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung dafür, dass ein „Übertrinken“, also eine überhöhte Flüssigkeitszufuhr, bei Gesunden einen relevanten physiologischen Parameter verbessere, so Druml.

Autor: Rüdiger Lobitz, http://www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://medicom.cc/de/publikationen/nutrition-news/201904/entries/01-Wie-gesund-ist-viel-trinken.php

http://www.bzfe.de/inhalt/wasser-gesund-trinken-582.html