Entzündlichen Darmerkrankungen vorbeugen

( UGB News) Viel Gemüse, regelmäßig Fisch, wenig Fleisch und kaum süße Getränke – für Kinder mit einer ausgewogenen Ernährung im ersten Lebensjahr scheint das Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) geringer. Eine Studie aus Skandinavien wertete die Daten von mehr als 81.000 Jungen und Mädchen aus, um herauszufinden, ob die frühkindliche Ernährung Einfluss auf die Entwicklung von CED nimmt. Die Erkrankung steigt weltweit an, möglicherweise durch veränderte Nahrungsgewohnheiten. In der Studie mit zwei skandinavischen Geburtskohorten zeigten Kinder, die im Alter von einem Jahr einen hohen Verzehr von Fisch und Gemüse aufwiesen, ein geringeres Risiko für spätere Darmerkrankungen. Eine hohe Aufnahme von vier oder mehr zuckerhaltigen Getränken in der Woche war dagegen mit einem erhöhten Risiko verbunden. Das zeigte das Follow-up. Insgesamt traten in der beobachteten Zeitspanne von 15-21 Jahren 307 Fälle einer CED auf. Die Forschenden vermuten, dass eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung im Alter von einem Jahr den positiven Effekt hinsichtlich CED möglicherweise durch Veränderungen im Darmmikrobiom vermittelt. Weitere Studien sind notwendig, um die Hinweise zu untermauern.

Guo A et al. (2024). Early-life diet and risk of inflammatory bowel disease: a pooled study in two Scandinavian birth cohorts. doi:10.1136/gutjnl-2023-330971

Quelle: UGB News; https://ugb.de

Neues BIA Gerät und Preisgestaltung

Liebe KlientInnen und alle die es noch werden wollen,

wir werden unsere Preisgestaltung nach der Anschaffung unseres neuen wahnsinnig tollen BIA Gerätes ab Februar 2024 komplett neu ausrichten. Das tolle dabei: Wir werden bis zu 2 BIA Messungen ( bei Inanspruchnahme von 5 Sitzungen) inklusive anbieten können und werden dafür lediglich um 5 Euro pro Sitzung teurer. Wir sehen hierin einen wichtigen Schritt um die Ernährungstherapie im Hinblick auf die Therapielenkung zu verbessern und unsere Arbeit durch das Wegfallen von Messungen im Liegen zu vereinfachen. Die aktuellen Preise könnt Ihr wie immer hier einsehen.

Vielleicht seid Ihr ja genauso aufgeregt wie wir.

Ganz viele Grüße

Kristin Müller und Leonard Eberbach

Ernährungstransformation als Chance

– Wege zu einer zukunftsfähigen Ernährung-

(BZfE) – „Alte Wahrheiten wie ‚Fleisch als ein Stück Lebenskraft‘ verlieren an Bedeutung. An deren Stelle treten neue Werte, oft kleiner Mehrheiten, die einer pflanzenbasierten Ernährung Aufwind verschaffen.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Silke Lichtenstein, Geschäftsführerin der Dr. Rainer Wild-Stiftung, das 27. Heidelberger Ernährungsforum am 22. und 23. September 2023. Ein Umdenken scheint dringend notwendig, denn die Produktions- und Konsumweisen der westlichen Welt tragen eine Mitschuld am Klimawandel. „Insgesamt ist die Ernährung für etwa 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich“, betonte Dr. Guido Reinhardt vom ifeu-Institut. „Betrachtet man die weltweit sehr begrenzten Rohstoffe Wasser, Fläche und Phosphat, werden sogar 80 bis 90 Prozent dieser Ressourcen alleine durch die Ernährung verbraucht.“

Doch wie ist eine Ernährungstransformation voranzutreiben? Durch pflanzliche Milch- und Fleischersatzprodukte? Die genießen zwar in den Medien viel Aufmerksamkeit, doch ihr Marktanteil ist gering: 1,9 Prozent bei Milch- und 0,7 Prozent bei Fleischersatzprodukten in Deutschland. Oder durch neue Entwicklungen der Biotechnologie? Hier entwickelt sich gerade eine Industrie, die im Labor Lebensmittel aus tierischen oder pflanzlichen Zellen herstellt. „Cultured Meat“ ist teils bereits zugelassen, aber häufig noch zu teuer und damit in der Breite nicht marktreif. Die Forschung beschäftigt sich auch mit Proteinmehlen auf Basis von Algen oder Insekten. Die können sehr nachhaltig erzeugt werden, müssen den Menschen aber buchstäblich erst schmackhaft gemacht werden.

Mit welchen Hebeln könnte man also den Wandel vorantreiben und wie lassen sich möglichst viele Menschen mitnehmen? Dazu steuerten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen zwei Tage lang ihre Erkenntnisse bei. Sicherlich nicht durch eine Kommunikation, die mit Begriffen wie Ersatz, Verzicht oder gar Verbot arbeite. Das zeige die mediale Berichterstattung zu den Eckpunkten der geplanten Nationalen Ernährungsstrategie – und zwar mit Begriffen wie „Deutschland-Diät“ oder Headlines wie „Wird Fleisch zum Luxus?“. Die Soziologin Prof. Jana Rückert-John erläuterte, warum das verfängt: Viele Menschen empfänden die Erwartungshaltung, ihre alltäglichen Ernährungspraktiken zu verändern, als Zumutung. Essen und Trinken seien Ausdruck ihrer Selbstbestimmung. Sie gelten als letztes privates Recht, in das sich der Staat nicht einzumischen habe. Kommunikativ sei daher zentral, so die weithin geteilte Einschätzung der Expertinnen und Experten, positive Narrationen zu schaffen. Veränderung ist Chance: mehr Pflanze auf dem Teller als Ausdruck von Vielfalt, Kreativität und Geschmack.

Fest steht: Die eine Lösung gibt es nicht, und die Zeit drängt. Daher müssen mehrere Ansätze überprüft und Hebel gleichzeitig betätigt werden. Idealerweise zuerst jene, die effizient die größten Probleme angehen. Eine motivierende Kommunikation muss sie in jedem Fall begleiten: „Für den Wandel ist wichtig, dass wir nicht nur die Risiken durch Ernährung sehen, sondern ihre Potenziale für die Transformation in den Vordergrund rücken“, betonte Dr. Silke Lichtenstein. Und dafür gibt es zweifellos offene Ohren auch jenseits der 25 Prozent aller Deutschen, die sich flexitarisch ernähren.

Autorin: Gabriela Freitag-Ziegler, www.bzfe.de

Ergebnisse der BfR-MEAL-Studie

Was steckt im Essen?

(BZfE) – Die Lebensmittelsicherheit hat in Deutschland einen hohen Standard. Das haben die bisherigen Ergebnisse der MEAL-Studie bestätigt, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Pressemeldung. MEAL steht für „Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln“. Als sogenannte Total-Diet-Studie (TDS) berücksichtigt diese Untersuchung den gesamten typischen Speiseplan in Deutschland. Das BfR-Team hat in den vergangenen Jahren 356 zubereitete Nahrungsmittel und Gerichte auf ein breites Spektrum an erwünschten und unerwünschten Substanzen geprüft, darunter Schwermetalle, Pflanzenschutzmittelrückstände und verschiedene Nährstoffe. Dadurch können mögliche Lebensmittelrisiken früh erkannt werden.

Inzwischen sind zahlreiche Analyseergebnisse zu den in der BfR-MEAL-Studie untersuchten Stoffen in wissenschaftlichen Publikationen und Stellungnahmen erschienen. Ein Beispiel ist die Belastung von Lebensmitteln mit Dioxinen. Diese Schadstoffe entstehen als unerwünschtes Nebenprodukt vor allem bei Verbrennungsprozessen und können leicht in die Nahrungskette gelangen. Für die MEAL-Studie wurden 645 Lebensmittelpools auf Dioxine untersucht. Die Höchstgehalte wurden in tierischen Erzeugnissen wie Fisch, Butter, Milchprodukten, Leber und Fleisch festgestellt, aber alle Werte lagen unter den in der EU zulässigen Grenzwerten.

Vitamin A ist ein essentieller Nährstoff und muss, entweder als Vitamin A (Retinol) oder als Vorstufe (Beta-Carotin), über die Nahrung aufgenommen werden. Die Forschenden haben untersucht, wie viel Retinol und Beta-Carotin in Lebensmitteln enthalten sind. Die höchsten Retinolwerte wurden erwartungsgemäß in Leber und Leberwurst, Butter sowie mit Vitamin A angereichter Margarine nachgewiesen. Das meiste Beta-Carotin steckte in orange-gelbem Gemüse wie Möhren, Süßkartoffeln und Kürbis sowie grünem Blattgemüse wie Grünkohl und Blattsalate.

Des Weiteren haben die Forschenden untersucht, wie viel Jod die Bevölkerung über einzelne Lebensmittel aufnimmt. Es wurde festgestellt, dass bei manchen Menschen die Versorgung mit dem lebenswichtigen Spurenelement nicht ausreichend ist. Daher empfiehlt das BfR, die Verwendung von Jodsalz in Haushalten und in industriell hergestellten Lebensmitteln zu steigern. Ganz nach dem Motto: “Wenn Salz, dann Jodsalz”. Die Salzzufuhr sollte nicht erhöht werden. 

Autorin: Heike Kreutz, www.bzfe.de

Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

Mittelmeerkost kann Therapie unterstützen

(BZfE) – Rheuma-Patienten können mit einer mediterranen Ernährung ihre Therapie positiv beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die für ihre aktuellen Empfehlungen zahlreiche wissenschaftliche Studien ausgewertet hat.

Eine mediterrane Kost basiert auf den traditionellen Ernährungsgewohnheiten im Mittelmeerraum. Dazu gehören viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, reichlich Vollkornprodukte und häufiger Nüsse, eher wenig Fisch und Geflügel, noch weniger „rotes“ Fleisch, Olivenöl als wichtigste Fettquelle und kaum tierische Fette (z.B. Butter) und raffinierter Zucker.

Es ist allgemein bekannt, dass die Ernährung Krankheitsaktivität und Schubfrequenz rheumatischer Erkrankungen beeinflussen kann. Nach Auswertung der vorliegenden Daten wirkt sich eine mediterrane Kost tatsächlich günstig auf den Verlauf aus. Allerdings beziehen sich die ausgewerteten Studien nur auf wenige Krankheitstypen – etwa eine rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte oder Spondyloarthritis. Auch wenn die Effekte durch die Ernährungsumstellung nicht groß waren, hat sich das subjektive Befinden der Betroffenen nachweislich verbessert.

Vermutlich sind die positiven Effekte in erster Linie auf die Vermeidung tierischer Fette aus Fleisch und Wurstwaren zurückzuführen, die entzündungsfördernde Bestandteile wie Arachidonsäure und gesättigte Fettsäuren enthalten. Außerdem werden vermehrt entzündungshemmende Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Fisch, Nüssen und Algen aufgenommen. „Als flankierende Maßnahme zur antirheumatischen Basistherapie möchten wir die mediterrane Ernährung daher allen Rheuma-Betroffenen sehr ans Herz legen“, fasst Prof. Dr. Gernot Keyßer von der DGRh zusammen. Durch dieses Ernährungsmuster kann man zusätzlich häufigen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Adipositas entgegenwirken.

Auch sogenannte antiinflammatorische Diäten, klassisches Heilfasten und eine ketogene Diät scheinen Vorteile für Rheuma-Patienten zu haben. Bei der ketogenen Low-Carb-Diät ernähren sich die Testpersonen sehr fettreich und kohlenhydratarm, sodass die Energie überwiegend durch Verstoffwechselung von Ketonkörpern gewonnen wird. Es gibt aber nur wenige aussagekräftige Studien.

Wenn Rheuma-Betroffene ihre Ernährung umstellen wollen, sollten sie zuvor immer mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen und sich bei Bedarf von geschultem Personal begleiten lassen. Nicht jede Ernährungsintervention sei für jeden gleichermaßen geeignet, betont die DGRh. So sollte etwa im akuten Rheumaschub oder bei Untergewicht und Essstörungen nicht gefastet werden. Zudem kann die Ernährung nur einen unterstützenden Effekt haben und keine medikamentöse Therapie ersetzen.

Autorin: Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: www.dgrh.de

Empfehlungen zur Mediterranen Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen:  dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Komplementäre-Methoden/Empfehlungen-zur-Mediterranen-Ernährung.html

Empfehlungen zur Modifikation der Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen: dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Komplementäre-Methoden/Empfehlungen-zur-Modifikation-der-Ernährung.html

Der Deutschen liebstes Gemüse

27 Prozent des Gemüseverbrauchs sind Tomaten

(BZfE) – Mit einem Verbrauch von über 30 Kilogramm pro Person im Wirtschaftsjahr 2021/22 sind Tomaten der Deutschen liebstes Gemüse. Mit 101.800 Tonnen nahm die Erntemenge heimischer Tomaten leicht ab. Damit setzt sich die Entwicklung seit dem Jahr 2019 fort. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 25 Prozentpunkte.

Erst Corona, dann der Krieg in der Ukraine – Tomaten werden teurer. Dabei sind Tomaten nach wie vor der Deutschen liebstes Gemüse. Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 30,5 kg im Wirtschaftsjahr 2021/22, was mehr als 27 Prozent des gesamten Gemüseverbrauchs ausmacht; enthalten sind darin auch verarbeitete Erzeugnisse wie Ketchup oder Tomatenmark.

Die höheren Preise könnten inzwischen auch Auswirkungen auf den Konsum haben. Im Wirtschaftsjahr 2020/21 hatte der Verbrauch noch 31,5 Kilogramm pro Person betragen – ein Minus von 3,2 Prozent. Insgesamt verbrauchten die Deutschen 2021/22 nach vorläufigen Angaben des BZL 2,54 Millionen Tonnen Tomaten (2020/21: 2,62 Millionen Tonnen).

Seit dem Jahr 2019 geht die Erntemenge unter Glas in Deutschland zurück. Im Wirtschaftsjahr 2021/22 betrug die Ernte 101.800 Tonnen – 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 3,5 Prozent. Die meisten frischen Tomaten stammen aus den Nachbarländern. Nahezu 75 Prozent der Frisch-Importe kamen im Kalenderjahr 2022 aus den Niederlanden und Spanien.

Wissenswertes rund um die Lagerung, Verarbeitung oder Zubereitung von Tomaten vom Acker bis zum Teller bietet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Allein in eine 200 Gramm-Tube Tomatenmark passen rund 1,5 Kilogramm Tomaten. Auch nicht vollständig ausgereifte Tomaten können bedenkenlos gegessen werden. Und: Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank; sie mögen es dunkel, luftig und nicht allzu kalt.

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Hart oder weich?

So wird das Ei perfekt

(BZfE) – Zu kaum einer anderen Gelegenheit werden so viele Eier gekocht als zu Ostern. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Hart oder weich? Das klassische Frühstücksei kocht fünf Minuten, dann ist das Eiweiß fest und das Eigelb wachsweich. Ostereier werden in der Regel hart gekocht, länger aufbewahrt und kalt gegessen. Übrigens sollte man Eier nicht abschrecken. Der plötzliche Temperaturunterschied kann in der Eierschale zu kleinen Rissen führen, durch die Mikroorganismen eindringen können. Dadurch verkürzt sich die Haltbarkeit. Hart gekochte Eier halten bei Kühlschranktemperatur ungefähr zwei Wochen.

Was genau passiert beim Kochen von Eiern und wie kocht man sie richtig? „Dass Eier beim Erhitzen fest werden, verdanken sie den Proteinen. Die Proteine liegen im Ei als vielfach gewundene Ketten vor. Durch die Hitze des kochenden Wassers entfalten sich diese Ketten und das führt zur Gerinnung”, erklärt Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Am besten legt man die Eier direkt in sprudelnd heißes Wasser, weil erst mit dem Kochen des Wassers die Garzeit beginnt. Außerdem verteilt sich dann das Eiklar gleichmäßiger um das Eigelb. Die Gardauer richtet sich nach der gewünschten Beschaffenheit des Eies. Im Eiklar beginnen die Strukturveränderungen bei etwa 62 Grad Celsius. „Da die Dottergerinnung erst bei 65 bis 70 Grad Celsius beginnt, hat zum Beispiel das berühmte Fünf-Minuten-Ei einen weichen Dotter, während das Eiklar eben fest bleibt”, so Seitz. Bei einer Garzeit von sechs bis sieben Minuten spricht man von einem wachsweichen Ei: Das Eiklar ist fest, der Dotter hat noch einen weichen Kern. Ab der achten Garminute erhält man ein hart gekochtes Ei. Der Eidotter ist dann jedoch immer noch nicht ganz fest. Erst bei einer Garzeit von zehn Minuten ist er schnittfest. Wobei natürlich immer auch die Größe des Eies eine Rolle spielt.

Kochen die Eier noch länger, bildet sich ein grünlicher Ring um den Dotter. „Das ist die Folge einer chemischen Reaktion zwischen dem Eisen im Eigelb und dem Schwefel im Eiweiß“, so Seitz. „Die Qualität des Eies beeinträchtigt das aber nicht, es sieht für Viele nur nicht so schön aus.“

Wie bei vielen anderen Lebensmitteln auch, führt auch bei Eiern das Kochen zu einer besseren Verwertung der Inhaltsstoffe. Durch die Gerinnung der Proteine können diese von den Verdauungsenzymen besser aufgeschlossen werden.

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Wieviel Wasser braucht der Mensch?

Männer müssen mehr trinken als Frauen

(BZfE) – Unser Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Ausreichend Flüssigkeit ist unverzichtbar, da Wasser eine zentrale Rolle im Organismus spielt. Nach allgemeinen Empfehlungen sollten täglich 1,5 bis 3 Liter Wasser getrunken werden, aber diese Angaben beruhen nur auf groben Schätzungen.

Unser Wasserbedarf ist sehr individuell und von vielen Faktoren abhängig wie unter anderem Geschlecht, und Körpergewicht. Das lässt eine internationale Studie vermuten, an der rund 5.600 Menschen aus mehr als 20 Ländern beteiligt waren.

Welche Wassermenge verarbeitet der Körper tatsächlich am Tag? Mit dieser Frage hat sich ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Yosuke Yamada von „National Institutes of Biomedical Innovation, Health and Nutrition“ in Japan beschäftigt. Die Teilnehmenden tranken ein Glas mit 100 Milliliter Wasser, in dem die normalen Wasserstoffatome durch das schwere Wasserstoff-Isotop Deuterium ausgetauscht waren. Mit Hilfe dieser Isotopenmarkierung lässt sich das Wasser im Körper nachverfolgen.

Die Forschenden bestimmten die Rate, mit der jede Versuchsperson die stabilen Isotope im Laufe der Zeit über Urin und andere Wege abgegeben hat. Daraus ergab sich der Wasserumsatz, nämlich die Wassermenge (in Liter pro Tag), die der Körper täglich verbraucht. Die tägliche Wasseraufnahme aus Flüssigkeiten und Nahrungsmitteln entspricht schätzungsweise rund 85 Prozent dieses Werts.

Offenbar ist der tägliche Wasserumsatz individuell sehr unterschiedlich. Männer brauchen im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen bei ähnlichen Bedingungen 0,4 Liter mehr Wasser am Tag. Eine Erklärung dafür ist, dass Männer meist mehr Muskelgewebe haben, das im Vergleich zu Fettgewebe einen höheren Wasseranteil hat. Bei Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ist der Wasserumsatz am höchsten, während er bei Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit ansteigt. Ab 50 Jahren ist der tägliche Bedarf im Allgemeinen rückläufig und mit 80 Jahren um 0,7 Liter geringer als im Alter von 30 Jahren.

Auch das Körpergewicht nimmt Einfluss: Wer 50 Kilogramm mehr auf die Waage bringt, braucht 0,7 Liter mehr Wasser täglich. Schließlich hängt der Wasserumsatz natürlich auch von körperlicher Aktivität und Klima ab. In weniger entwickelten Ländern ist er tendenziell höher. Das könnte daran liegen, so eine Vermutung der Forschenden, dass sich Menschen in reicheren Ländern häufiger in klimatisierten Räumen aufhalten und daher weniger schwitzen.

Nach den Studienresultaten sind allgemeine Empfehlungen für die tägliche Flüssigkeitsaufnahme schwierig. Die Forschenden haben eine hochkomplexe Formel entwickelt, mit der sich der individuelle Wasserumsatz für jeden Menschen anhand verschiedener Faktoren berechnen lässt. Für den Einzelnen ist das aber zu kompliziert und es bleibt bei der Empfehlung mindestens 1,3 bis 1,5 Liter zu trinken (bevor man Durst bekommt). Exakte Zahlen für die empfohlene Wasserzufuhr gewinnen nach Ansicht der Forschenden aber gesellschaftlich angesichts des Klimawandels und der wachsenden Weltbevölkerung an Bedeutung.

Heike Kreutz, www.bzfe.de